Die Formel geht immer auf. Einen mathematischen Beweis kann ich dafür leider nicht aufbringen, aber stimmen tut's trotzdem. Gerade wenn man denkt, jetzt endlich zurück lehnen und nur noch genießen, passiert irgendetwas. So kam es, dass ich mich in Hawera von meinen ganzen Freunden verabschiedete und am vorletzten Tag von einem noch das Kaufinteresse am Auto mitgeteilt bekam. Da ich am nächsten morgen um 10 Uhr starten wollte, wurde ein Treffen zur Testfahrt für 9.30 ausgemacht und dank der weltweit bekannten philippinischen Pünktlichkeit konnte ich dann auch schon um 11 Uhr starten. Der Punk dabei ist, dass von dem Testfahrer festgestellt wurde, dass der Schlauch der Kühlung leckt. Da ich Schlauch sofort in verbindung mit "billiges Verschleißteil" gebracht habe, habe ich mir keine weiteren Sorgen gemacht und bin frohen Mutes nach Wellington aufgebrochen. Schneller als erwartet, kam ich auch dort an und habe mich dann am späten Nachmittag mit meinem Host für die nächsten Tage getroffen und bei leckerer Pizza Reiseerfahrungen ausgetauscht. Mein Host heißt Gary, ist gebürtiger Neuseeländer und war hauptberuflich Reisender. Seit ein paar Jahren ist er aber wieder zurück und arbeitet als Designer für Druck- und Printmedien. Er konnte mir auch eine Werkstatt für mein Auto empfehlen und so machte ich mich auf den Weg. Trotz meiner 30-minütigen Suche war ich dann guter Dinge, als ich mein Auto in die Hände des indischen Autoschraubers gab... Da ich ich vorsichtig bin, habe ich mal mit bis zu 100$ für die Reperatur gerechnet - das Dumme dabei ist, dass genau JETZT die oben genannte Formel greifen muss, denn leider leckte nicht der Schlauch sondern vielmehr hatte der Kühlertank einen ordentlichen Riss unter dem Schlauch! Das bedeutete für mich, dass ich mehrere Stunden ohne Auto auskommen musste und jede Stunde etwa 100$ lassen konnte. Da mir die Gesundheit meines Autos oder vielmehr meine Abschlussreise sowie meine Führerscheinprüfung am Herzen lag, habe ich diesen Geldstrudel akzeptiert und das gemacht, was das einzig vernünftige war: Ich bin shoppen gegangen! (Es wird seeeeeeeeehr kalt auf der Südinsel und ich habe sowohl für dort, als auch für Deutschland keine anständige Winterjacke - es sei mir also verziehen) Allerdings gab es da ein Problem: die Shoppingmeile war am anderen Ende der Stadt und ich hatte kein Auto mehr. Ich hätte natürlich den Bus oder ein Taxi nehmen können, aber an dieser Stelle wollte ich wirklich nicht noch weiter unnötig Geld ausgeben. Also machte ich mich zu Fuß auf zur Cuba Street. Das dauerte ungefähr 1 1/2 Stunden bei einem sehr straffen Schritttempo. Meine Jacke habe ich dann auch bekommen - zwar musste ich dafür einen anderen Laden in einem anderen Stadtteil aufsuchen, doch sei es drum - und bin dann allmählich zurück zur Werkstatt. Alles in allem hatten meine Schuhsohlen dann weit über 20 km mehr auf dem Buckel und ich einige hundert Dollar weniger in der Tasche! Aber wie es so ist, hatte ich Glück im Unglück: Neben dem Tank war auch noch das Ventil des Thermometers kaputt, das die Motortemperatur des Motors misst und reguliert (keine Ahnung, wie das technisch alles abläuft), weswegen mein Motor mehr gekühlt wurde, als er sollte, was mich wiederum vor einem überhitzen des Motors bewahrt hat (was durch den kaputten Kühltank eigentlich schon längst hätte passieren müssen). Das Ventil habe ich aber nicht repaieren lassen, da ich nicht noch einen weiteren 100er in das Auto stecken wollte, was ich eh sehr bald verkaufe. Der Autoschrauber hat mir versichert, dass dem Auto mit dem kaputten Ventil nichts passiert - es lässt sich drinne nur schwerer heizen - aber das ist okay!
Abschlussprüfungen
vor 6 Jahren
2 Kommentare:
es ist nichts so außergewöhnliches, dass ein altes auto macken hat. es passiert nur immer zu einem saublöden zeitpunkt: entweder man hat zeitdruck oder nicht das geld für die reparatur.wenn man dann nach einem jahr nutzung mal alle ausgaben zusammenrechnet, ist die fortbewegung fast immer recht preiswert gewesen.jedenfalls im vergleich zu einem neuwagen! also nicht ärgern.hauptsache, die reise geht weiter.
die mama
wenn es noch leckre pizza gibt, kann die welt nicht allzu sehr aus den fugen geraten sein!
das mit dem auto wird gut gehen.
gruuuuuuuuuuuuuuuuuuß,
anke
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